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Kompetenzzentrum Requirements Engineering
- Überblick
Unter Requirements Engineering verstehen wir das Erfassen, Analysieren,
Entwickeln, Strukturieren, Dokumentieren und Verwalten von Anforderungen
und Lösungskonzepten. Ziel ist die Erarbeitung einer präzisen und konsistenten
Anforderungs- und Systemspezifikation, die den Zielen und Anforderungen der
beteiligten Stakeholder in der Systementwicklung entspricht. Sie dient als
fundamentale Vorgabe, Abstimmungs- und Verifikationsgrundlage für die weiteren
Prozesse der Systementwicklung. Wesentliche Aufgaben hierzu sind das
Validieren und Abstimmen verschiedener, möglicherweise widersprüchlicher
Aspekte der Produktentwicklung und die entsprechende Priorisierung und
Entscheidung über Anforderungen und zu realisierende Produktfunktionen.
Requirements Engineering ist integraler Bestandteil der Entwicklung von Produkten,
von Systemen und natürlich auch von Software. Es schließt viele unterschiedliche
Gesichtspunkte ein, angefangen von den generellen Geschäftszielen über die funktionalen
Anforderungen, die festlegen, welche Funktionen im Sinne der Nutzer ein System
realisiert, bis hin zu den vielfältigen nichtfunktionalen Anforderungen, die sich
auf Fragen der Qualität, der Kosten, der Entwicklungszeit, des Entwicklungsprozesses
und vieles mehr richten. Des Weiteren bildet es die Brücke zwischen der Anwendungsdomäne
mit ihren Bedürfnissen und Zielen und der Software- / Hardware-Lösung.
Forschungsschwerpunkte des Kompetenzzentrum Requirements Engineering sind:
Modellbasiertes Requirements Engineering
Requirements Engineering an der TU München verbindet die mehrjährige Erfahrungen auf den
Gebieten der formalen Systemspezifikation und Verifikation mit den stärker pragmatische
Ansätze zur systematischen Analyse, Erarbeitung und Bewertung von Anforderungen.
Ein Ziel für ein stärker werkzeugunterstütztes, besser in die späteren Entwurfsphasen
integriertes, bewertbares, und quantifizierbares Requirements Engineering ist das
konsequente Einführen von Modellen in das Requirements Engineering. Dabei handelt
es sich einmal um Modelle, die geeignet sind, funktionale Anforderungen zu beschreiben,
zum anderen um Modelle, die stärker auf Referenzarchitekturen und ihren Zusammenhang zu
Zielen und strategischen Vorgaben der Systementwicklung (etwa hinsichtlich Wiederverwendung
und Integration in Produktfamilien) ausgerichtet sind. Hierzu gehören auch die Analyse von
Qualitätsanforderungen mithilfe von Qualitätsmodellen und ihre nachvollziehbare Umsetzung
in Architekturentwurfskonzepten.
Requirements Engineering Referenzmodell (REM)
Zielsetzung des REM ist die Unterstützung und Prozessdefinition des Requirements Engineering
(RE) auf der Basis eines grundlegenden Modells zu erarbeitender Spezifikationsartefakte und
ihrer Beziehungen. Hierzu definiert REM:
eine Kernmenge von RE Artefakten und ihren Abhängigkeiten - das RE Artefaktmodell - und
ein artefakt-zentriertes Tailoring-Konzept
In Analogie zum V-Modell XT unterstützt dies eine Artefakt-basierte Prozessdefinition und
definiert Meilensteine in der Systementwicklung auf der Basis von zu erarbeitenden RE
Artefakten, was auch die querschnittliche Integration individueller, domänenspezifischer
Reifegradmodelle ermöglicht. Für die Anwendung und Instanziierung des Ansatzes in konkreten
Projekten und Domänen ist in REM ein Tailoring-Konzept definiert, um somit die Unabhängigkeit
individueller Projektmanagementvorgaben, bzw. die Adaptivität an gesamtheitliche
Vorgehensmodellen zu gewährleisten.
Aktuell wird in Zusammenarbeit mit namhaften Firmen das Referenzmodell auf spezielle
Anwendungsdomänen verfeinert und validiert. Der Fokus liegt insbesondere auf der Gestaltung
eines praktikablen Leitfadens in den Bereichen der Entwicklung eingebetteter Systeme
(beispielsweise Automotive, Avionik und Telekommunikation) und betrieblicher Informationssysteme.
Textanalyse
Die Analyse der Anforderungsdokumente verfolgt drei Ziele:
Die Erstellung einer gemeinsamen Begriffswelt für alle Projektbeteiligten
Die Übersetzung der textuellen Beschreibungen des Systemverhaltens in formale Verhaltensmodelle
Die Entdeckung von Defekten in Anforderungsdokumenten
Die Ansprechpartner für die einzelnen Bereiche sind:
Modellbasiertes Requirements Engineering (Ansprechpartnerin: Dr. Eva Geisberger)
Requirements Engineering eingebetteter Systeme (Ansprechpartnerin: Dr. Eva Geisberger)
Requirements Engineering betrieblicher Informationssysteme (Ansprechpartner: Daniel Mendez-Fernandez)
Textanalyse (Ansprechpartner: Dr. Leonid Kof)
Weitere Informationen zu aktuellen Forschungsthemen und Projekten sind auf unseren Projektseiten zu finden.
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